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Wohin denn ich?

Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh und Ruh ist alles freudig; warum schläft denn nimmer nur mir in der Brust der Stachel? (Friedrich Hölderlin)

Mit einem Gefühl inneren Friedens in den Abend gehen, diesen flüchtigen Übergang zwischen Tun und Träumen still geniessen, das wäre schön. Doch die Seele findet keine Ruhe. Der Abend wird zum Spiegel, in dem sich die eigene Rastlosigkeit zeigt. Und unter der Rastlosigkeit verbingt sich die Sehnsucht.

Uns wird heute von allen Seiten vorgemacht, dass wir dieser Rastlosigkeit entkommen könnten, wenn wir nur alles richtig machen: Selfcare, gesunde Ernährung, mentales Training. Als liesse sich Sehnsucht wegoptimieren. Im Gegenteil: Es würde unser Leben ärmer machen.

Denn: Wer so intensiv nach Ruhe sucht, hat auch eine Ahnung von ihr. In der Sehnsucht schwingt Erinnerung mit. An eine Verbundenheit, die einmal da war. An einen Frieden, der möglich ist.

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