heiter bis wolkig

Das Schönste vom Sonntag

Was – was ist? Ach so. Heute ist Sonntag. Da kann ich noch liegen. Mit den Schultern kuscheln. Mich ans Kopfkissen schmiegen – (Kurt Tucholsky) «Das Schönste vom Sonntag ist der Sonnabend Abend.» Mit diesen Worten endet das Gedicht. Kurt Tucholsky wusste es schon: Der Sonntag beginnt als Versprechen - weiches Kopfkissen,

Im Fluss

Verlange nicht, dass das, was geschieht, so geschieht, wie du es wünschst, sondern wünsche, dass es so geschieht, wie es geschieht, und dein Leben wird heiter dahinströmen. (Epiktet) Was Epiktet hier formuliert, ist alles andere als einfach. Es ist eine der schwersten inneren Übungen, die es gibt. Und doch zieht

Wer giesst eigentlich wen?

Narren wachsen unbegossen. (Sprichwort) Kaum liest man dieses Sprichwort, taucht schon ein Gesicht auf. Jemand aus dem Büro. Eine Verwandte. Der Typ im Gemeinderat. Dabei ist genau das der eigentliche Witz: Wer so denkt, hat sich im selben Moment still aus der Narrenrunde herausgestrichen. Ich? Kein Narr. Ich hab'

Heitere Gelassenheit

Was mich betrifft, so bin ich bescheiden und bewahre mir wenigstens eine heitere Gelassenheit, die jeden Andern gewähren lässt in seiner Art. (Wilhelm Buch) Wilhelm Busch meint das persönlich, nicht politisch. Seine heitere Gelassenheit gilt dem Nachbarn mit den seltsamen Gewohnheiten, der Kollegin mit der falschen Meinung, dem Freund mit

Wurm-Logik

Practica est multiplex, sagte der Bauer, da zog er sich einen Wurm heraus und band den Schuh damit zu. (Sprichwort) Practica est multiplex - die Praxis ist vielfältig - ist ein echter scholastischer Lehrsatz. Der Bauer zitiert ihn korrekt. Und bindet dann seinen Schuh mit einem Wurm zu. Kleines Problem:

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