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Heitere Gelassenheit

Was mich betrifft, so bin ich bescheiden und bewahre mir wenigstens eine heitere Gelassenheit, die jeden Andern gewähren lässt in seiner Art. (Wilhelm Buch)

Wilhelm Busch meint das persönlich, nicht politisch. Seine heitere Gelassenheit gilt dem Nachbarn mit den seltsamen Gewohnheiten, der Kollegin mit der falschen Meinung, dem Freund mit dem unmöglichen Musikgeschmack. Andere einfach machen zu lassen, das ist keine Gleichgültigkeit, sondern eine unterschätzte Form von Vernunft.

Nur: Irgendwo hört das auf. Der Philosoph Karl Popper hat dafür einen Begriff geprägt: das Toleranzparadox. Wer alles toleriert, zerstört am Ende die Toleranz selbst. Mit Unrecht in heiterer Gelassenheit umzugehen ist also keine Weisheit, sondern schlicht bequemes Wegschauen.

Busch hat Recht - meistens. Im Zweifel braucht es dann doch Haltung.

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