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Was bleibt, wenn ich lasse

Der Sinn - und dieser Satz steht fest - ist stets der Unsinn, den man lässt. (Odo Marquard)

Wilhelm Busch wusste: «Das Gute ist stets das Böse, was man lässt.» Tugend als unterlassenes Laster. Wer nicht stiehlt, ist kein Heiliger, er hatte bloss keine Gelegenheit.

Marquard setzt anders an: Sinn entsteht nicht durch Anhäufen, Optimieren, Kuratieren. Sondern durch Streichen. Eine unbequeme Idee in einer Zeit, die Sinn als Projekt versteht. Sie sagt: Vieles von dem, was ihr tut, ist Unsinn.

Vielleicht lohnt sich die Frage: «Was könnte ich lassen, und was bliebe dann?»

Weniger Antworten. Aber auch weniger Unsinn.

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